KANN MAN LEUTE ZU GUT BEHANDELN?

Anderen Menschen helfen ist das größte Gut im Leben.

Wer anderen hilft wird auch selbst glücklich sein können.

Aber kann man Leute auch zu gut behandeln?

Man sollte sich diese Frage von einem anderen Gesichtspunkt aus anschauen.

WIE VIEL GUTES VERDIENT JEMAND?

JEMAND VERDIENT MAXIMAL GUTES, IN DEM AUSMASS, WIE ER ANDEREN MAXIMAL HILFT.

Da im Leben alles aus Geben und Nehmen besteht, kann man jemandem auch zu viel oder zu wenig GEBEN, im Verhältnis dazu, was er gibt.

Geben und Nehmen kann man auf verschiedene Arten und nicht nur mit Geld. Man kann auch helfen, also geben, indem man Zeit, Mühe, Aufmerksamkeit, Interesse, Kreation, Liebe, usw… gibt.

Meine Beobachtungen waren immer wieder, dass Frauen Männer, Männer Frauen und Mitarbeiter Firmen verlassen haben, ohne, dass es dafür einen ersichtlichen Grund gab.

Die Ehepartnerin war gut zu ihrem Mann, sorgte sich um ihn, war treu und kümmerte sich um die Kinder. Womit hatte sie es verdient, dass ihr Mann mit einer anderen durchbrannte und sich aus heiterem Himmel dazu entschied, seine Familie zu verlassen?

Es gab Mitarbeiter in Firmen, die wohl niemals mit ihrem Ausbildungsstand und ihren Fähigkeiten, einen besseren Arbeitsplatz bekommen hätten, in einem guten Team waren und gut verdienten. Warum entschieden sich manche von ihnen blitzartig und ohne jeglichen ersichtlichen Grund, den Job zu kündigen oder sich darum zu kümmern, dass dem Chef keine andere Wahl blieb, als ihn zu kündigen?

Es gab für all diese Phänomene einfach keine Erklärung.

Ich beobachtete andere Gruppen bei denen ihre Mitarbeiter, Mitglieder oder Partner schlecht behandelt wurden, teilweise ausgebeutet wurden, ja sogar unterdrückt und gemobbt wurden.

Bei diesen Gruppen und Beziehungen gab es auch Leute die gingen – aber deutlich weniger! Natürlich gab es einige die sich dazu entschlossen nicht mehr in einem ausbeuterischen Arbeitsverhältnis ohne Zukunft zu stehen oder einer untreuen Beziehung zu leben.

Aber die Mehrheit blieb und die Anzahl der plötzlich weggehenden Personen war deutlich geringer. ABER warum zum Teufel?

Eine Lösung oder ein Grund ist nur so gut, wie er vorhandene Dinge tatsächlich erklärt.

Die Annahme, dass man Menschen also schlecht behandeln sollte, damit sie bleiben, ist genauso verkehrt, wie zu behaupten man müsste jemanden unendlich gut behandeln bzw. alles für jemanden tun.

Wenn jemand viel gibt, dann wird er in der Regel auch kein Problem haben viel zu nehmen. Wenn jemand viel nimmt, ohne zu geben, dann wird er sich zwangsläufig schlecht fühlen.

Bei den Leuten, die zu viel bekommen und zu wenig dafür geben, passiert das Sich-Schlecht-Fühlen meist nur unterbewusst. Außer es handelt sich um eine sehr bewusste Person.

Extremfall:
Ein Krimineller wird selten mit voller Reue zugeben, dass er sich schlecht fühlt oder er das Gefühl hat zu wenig gegeben zu haben.

Fakt ist:
EINE PERSON DIE SICH SELBST SCHLECHT FÜHLT, WIRD DEN ORT VERLASSEN, AN DEM SIE SICH SCHLECHT FÜHLT.

Logisch?

Das heißt der Mechanismus den ich beobachten konnte, war immer folgender:

1. Ein Ungleichgewicht von Geben und Nehmen.

2. Ein Sich-Schlecht-Fühlen, der Person die zu wenig gegeben hat.

3. Ein Weggehen vom Ort, der Arbeitsstelle oder der Menschen, bei der sich die Person schlecht fühlt.

Personen gehen natürlich auch, wenn sie sich zu schlecht fühlen, weil sie mies behandelt werden, aber sie gehen auch wenn sie sich mies fühlen, weil sie andere schlecht behandelt haben.

Es ist also möglich, dass sich ein Mitarbeiter so schlecht fühlt, dass er sich plötzlich dazu entscheidet, uns als Gruppe zu verlassen oder aktiv dagegen arbeitet, weiterhin beschäftigt werden zu können. Z.B. dadurch, dass er willentlich seine Statistiken nach unten bringt.

Das Einzige, was wir dagegen tun können, ist, weiterhin darauf zu bestehen, dass jedes einzelne Teammitglied produktiv ist und somit seinen Beitrag zur Gruppe einbringt.

Dann wird sich niemand schlecht fühlen, wenn er besonders gut behandelt wird.

Es ist ein Trugschluss, dass Leute gehen, weil sie nicht gut genug behandelt werden, das gilt zumindest für die meisten Fälle.

Leute die gehen oder gehen wollen, können auch oft unangenehm werden und so plötzlich, wie sie aufbrechen, um zu gehen, ihr wahres Gesicht zeigen.

Wir haben das oftmals erlebt: Jemand, der mit seinen Missetaten (z.B mangelhafter Leistung oder unberechtigtes Fehlen vom Arbeitsplatz) konfrontiert wurde und dann bemerkte, dass er zu weit gegangen war, fing dann aus heiterem Himmel an uns und die Firma wie wild zu beschuldigen. Die Anschuldigungen können so glaubhaft herübergebracht werden, dass man es schon fast selbst glaubt.

Der richtige Grund ist allerdings, dass die Person ihre Missetaten nicht selbst konfrontiert und nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und eine damit einhergehende Wiedergutmachung zu leisten.

Fakt ist auch, dass die Person ihre teilweise verborgenen Missetaten, ob groß oder klein, zurückbehält, weil sie Angst vor den Konsequenzen hat. Die Wahrheit ist die, dass erfolgreiche und glückliche Menschen selten den Drang haben von irgendwo plötzlich abzuhauen und eher dazu neigen Dinge vollständig und gut zu Ende zu bringen.

WENN DU DICH BEIM LESEN DIESES ARTIKELS VIELLEICHT BEIM EINEN ODER ANDEREN PUNKT LEICHT ERTAPPT GEFÜHLT HAST, SO IST DAS VOLLKOMMEN IN ORDNUNG UND EIN STÜCKWEIT AUCH NORMAL. WICHTIG IST, DASS DU VERANTWORTUNG FÜR VERGANGENE UNRICHTIGKEITEN ÜBERNIMMST ODER DIE DINGE WIEDER IN ORDNUNG BRINGST. FÜR EHRLICHKEIT UND VERANTWORTUNG DARF BEI UNS NIEMAND BESTRAFT WERDEN, EGAL WAS DIE MISSETAT IST.


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